Nathalie Schmalhofer

Con spirito-Stipendiatin 2024

Geboren in:

Augsburg

Jetziger Lebensmittelpunkt:

Leipzig

Instrument:

Violine

Zweit-, Dritt- oder gar Viertinstrument:

Viele Jahre habe ich im Kirchenchor meiner Mutter mitgesungen.

Mein Berufswunsch als Kind:

Musikerin oder Ärztin

Diesen Beruf haben sich meine Eltern für mich vorgestellt:

Sie waren für alles offen, Ihnen war nur wichtig, dass mir der Beruf Spaß macht.

Werke oder Konzerterlebnisse, die mich prägte/n:

Das Schubert Quintett vor allen Kommilitonen in meiner Schulzeit in den USA erstmals aufzuführen war ein unbeschreibliches Gefühl. Dieses Werk zusammen mit dem Enthusiasmus der Zuhörenden war ein einzigartiges Erlebnis. Als Solistin war eines meiner Highlights Bartoks 1. Violinkonzert in der Kongresshalle in Augsburg nahe meiner Heimatstadt aufzuführen.

Werk mit dem größten Musiziervergnügen (und warum?):

Jede Art von Kammermusik: Es ist die persönlichste und intimste Art durch die Musik zu kommunizieren.

Von dieser Komponistin / diesem Komponisten wünsche ich mir ein Werk für mein Instrument (und warum?):

Die Auswahl ist für uns Geiger sehr vielfältig, damit bin ich schon sehr zufrieden!

Dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen:

Einmalige Himmelsbeobachtungen

Besonderes / kurioses eigenes Konzerterlebnis:

Als Zehnjährige besuchte ich ein Triokonzert von Lisa Batiashvili. Währenddessen gab es ein heftiges Gewitter, was zu einem Stromausfall führte. Mit Taschenlampen, welche die Noten der Künstler beleuchteten (damals gab es noch keine IPads) wurde das Konzert fortgesetzt. Perfekt, zusammen mit dem Schlussakkord des Abends gingen dann plötzlich die Lichter wieder an, die Halle war wieder hell beleuchtet. Ein sehr besonderes, eigenes Konzerterlebnis für mich war es, das Tschaikowski Violinkonzert in der monumentalen Kathedrale in Siena aufzuführen, wo normalerweise keine weltlichen Konzerte stattfinden.

Mein wertvollster Tipp für den Musikernachwuchs:

Musik immer mit Freude und Leidenschaft begegnen!

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Klassik-Szene:

Ich wünsche mir, dass wir das junge Publikum abholen können und die junge Generation vor der klassischen Musik keine Hemmungen haben muss.

Mein nächstes Projekt:

Mozart E-Dur Adagio und C-Dur Rondo mit dem L.European Chamber Orchestra in Augsburg

Das verbinde ich mit der Musikstadt Leipzig:

Die Tradition von Bach, Mendelssohn und Schumann. Ich finde es atemberaubend in der Stadt zu leben, wo diese Ausnahmekomponisten gewirkt haben.

Biografie:

Die deutsch-kanadische Geigerin Nathalie Schmalhofer studierte bei Prof. Linus Roth, Prof. Ida Bieler in Düsseldorf und bei Prof. Herwig Zack in Würzburg. Ergänzt wurde ihre Ausbildung durch die Teilnahme an Meisterkursen bei Prof. Christian Altenburger, Augustin Hadelich und Kent Nagano. Derzeit setzt sie ihre Ausbildung als Masterstudentin bei Prof. Tobias Feldmann in Leipzig fort. Zu den Auszeichnungen und Stipendien der jungen Musikerin zählen unter anderen der Kulturpreis der Stadt Bobingen (2007), Vollstipendien für das Aspen Music Festival und das Eastern Music Festivals (USA), der Musikförderpreis Schwabens (2019), der 1. Preis des Alois Kottmann-Preises, sowie ein Sonderpreis beim Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb. Im Jahr 2022 wurde Nathalie Schmalhofer von Gidon Kremer für das Projekt „Chamber Music connects the world“ in Kronberg ausgewählt, um zusammen mit Christian Tetzlaff und Steven Isserlis kammermusikalisch zu musizieren. Solistisch ist Nathalie u.a. mit dem Israel Chamber Orchestra, dem Orchestre Prague Symphony und der Winston-Salem Symphony aufgetreten. 2021/22 war Nathalie Akademistin der Mendelssohn-Orchesterakademie und ist seit Spielzeitbeginn 2022/23 Mitglied des Gewandhausorchesters. Nathalie Schmalhofer spielt auf einer Omobono Stradivari – eine freundliche Leihgabe von CANIMEX INC. aus Québec, Kanada. 

Foto:

Ludwig Schmalhofer