Anna Garzuly

Geboren in:

Szombathely, Ungarn

Jetziger Lebensmittelpunkt:

Leipzig / Weimar

Instrument:

Flöte

Zweit-, Dritt- oder gar Viertinstrument:

Klavier

Mein Berufswunsch als Kind:

Prinzessin, Gärtnerin, Archäologin, Schriftstellerin, Krankenschwester und irgendwann (recht früh) dann auch Flötistin

Diesen Beruf haben sich meine Eltern für mich vorgestellt:

Ich denke, meine Eltern hatten keinen spezifischen Berufswunsch für mich. Da ich schon seit dem Kindergarten entnervend unaufhörlich sang, dachten sie sich wohl schon früh, dass ihre Tochter irgendwas mit Musik als Beruf anfangen will.

Werke oder Konzerterlebnisse, die mich prägte/n:

Es gibt viele Werke und Erlebnisse, die mich prägten, einige kann man sicherlich nie vergessen und begleiten einen ein Leben lang. Wie mein erstes Schulchorerlebnis mit Männerstimmen im Gymnasium: Ich bin aus allen Wolken gefallen, wie wunderschön und rund alles plötzlich klingt, wenn die Musik einen klaren brummenden Bass hat. Mein erstes großes Orchestererlebnis, wo ich selbst mitgespielt habe, erfuhr ich mit dem Gustav Mahler Jugendorchester unter der Leitung von Claudio Abbado. Nicht nur der fantastische Klang des vollen Orchesters, sondern auch die sehr zurückhaltende und doch so suggestive und tiefe musikalische Ausstrahlung Abbados, bleibt mir für immer in Erinnerung. Den traurigen Moment, als ein Dirigent mit einem Hörsturz weinend auf seinem Pult lag, werde ich ebenfalls nicht vergessen. Aber auch die Sternstunden in den fantastischen Mahler Sinfonien mit Chailly und die unvergesslich berührenden Bruckner Sinfonien mit Blomstedt wärmen einem immer wieder das Herz.

Werk mit dem größten Musiziervergnügen (und warum?):

Oh, da kann ich mich nicht entscheiden! Es sind so viele verschiedene musikalische Vergnügungen von Kammermusik über selbst Klavier spielen, begleiten, im Orchester spielen bis hin zum Singen oder beim Unterrichten die Musik mitzuerleben. Großartige Werke bereichern einen immer, doch im Wald lauthals mit den Kindern Lieder zu singen oder Kuckuck zu rufen ebenso.

Von dieser Komponistin / diesem Komponisten wünsche ich mir ein Werk für mein Instrument (und warum?):

Ich schätze Schumann und seine musikalische Welt sehr und wenn ich einen Wunsch hätte …

Dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen:

Wir stecken mitten im Corona, und für ein kleines Stück Konzerterlebnis oder Oper oder Theater, oder auch eine Party würde ich sofort mitten in der Nacht aufstehen – einfach wieder miteinander sein!

Besonderes / kurioses eigenes Konzerterlebnis:

Ich habe viele Jahre in der Oper gespielt, die ideale Stätte für die merkwürdigsten Vorkommnisse: von musikalischen über sprachliche bis hin zu technischen Patzern ist in der Oper alles dabei. Das ist meistens Situationskomik, aber einige Ereignisse prägen sich doch stark ein wie eine lispelnde Königin der Nacht: „Ein Bössssewicht…“ oder die denkwürdige Tosca Aufführung, wo das Licht plötzlich komplett ausging. Doch alle Beteiligten hangelten sich (musikalisch) im Stockfinsteren glücklich bis zum Schluss durch.

Mein wertvollster Tipp für den Musikernachwuchs:

Nie vergessen, dass unsere treibende Kraft die Musik ist, nicht unser Instrument! Soviel singen wie möglich, keine Scheu zu haben vor anderen Instrumenten und vor allem das gemeinsame Musizieren pflegen.

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Klassik-Szene:

Ich wünsche die allgemeine Erkenntnis (als besondere Lehre aus der Corona-Zeit), dass Kultur ein wesentliches menschliches Bedürfnis ist. Das würde der Klassik und der Kultur endlich den wichtigen und notwendigen Platz einräumen und deren Existenz sichern – in der Bildung, der Politik und unserem täglichen Leben.

Mein nächstes Projekt:

Einige schöne Konzerte stehen an: mein Antrittskonzert in Weimar, unser 25-jähriges Jubiläumskonzert mit meinem Ensemble Quintessenz… und ich freue mich natürlich sehr auf das Con spirito Festival und das sich anschließende Pendant für Studierende, die Europäische Kammermusik Akademie Leipzig.

Das verbinde ich mit der Musikstadt Leipzig:

Leipzig ist meine zweite Heimat geworden – ich lebe hier mittlerweile länger als in Ungarn und habe hier Wurzeln geschlagen, familiär wie musikalisch. Ich liebe diese Stadt für ihre Lebendigkeit, Offenheit und Liebenswürdigkeit. Es ist der ideale Platz für jeden Musiker, um grandiose Musiktradition weiterleben und mitgestalten zu können.

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