Jona Schibilsky

Geboren in:

Berlin

Jetziger Lebensmittelpunkt:

Madrid-Berlin-Leipzig

Instrument:

Geige

Zweit-, Dritt- oder gar Viertinstrument:

Klavier, Bratsche, Gesang

Mein Berufswunsch als Kind:

Ich wollte Lehrerin werden, wahrscheinlich weil ich eine große Schwester bin und dadurch früh Gefallen am „Beibringen“ gefunden habe.

Diesen Beruf haben sich meine Eltern für mich vorgestellt:

Cellistin, aber durch unvorhergesehene Zufälle wurde es dann die Geige und das Cello bekam später meine Schwester.

Werke oder Konzerterlebnisse, die mich prägte/n:

Dvoraks Streicherserenade auf meiner ersten Arbeitsphase mit der Deutschen Streicherphilharmonie; Mozarts G-Dur Quartett KV 387 als erstes beglückendes Quartetterlebnis mit meinem damaligen Lehrer und meiner Schwester; Verdi-Requiem als erste Erfahrung im Profi-Orchester im Rahmen eines Mitsingkonzertes in der Philharmonie Berlin unter Simon Halsey; Zarathustra, Trommelwirbel und Herzrasen im ersten Konzert als Akademistin in der Karajan-Akademie, später Brahms 4. und Heldenleben als Tourprogramm auf meinen ersten großen Orchesterreisen; Beethoven op. 131 als Stück, an dem ich mir mit meinem Quartett die Zähne ausgebissen habe und doch immens gewachsen bin… und so vieles mehr. In früher Kindheit allerdings waren es vor allem die Kinder-Musicals und Songs meines Opas, einem DDR-Schlagersänger :D

Werk mit dem größten Musiziervergnügen (und warum?):

Mozart KV 387, letzter Satz des Streichquartetts G-Dur – Pure fugale Musizierfreude ohne zu große technische Hindernisse, als würde man sich guter Laune von seinen schönsten Unternehmungen berichten.

Von dieser Komponistin / diesem Komponisten wünsche ich mir ein Werk für mein Instrument (und warum?):

Eigentlich können die Geigen nicht klagen… Es gibt ein Solowerk für Cello „Gramata cellam“ von Peteris Vasks, dass gleichzeitig die Stimme mit einbaut. Etwas ähnliches hätte ich gerne für die Geige auch.

Dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen:

Für die Verklärte Nacht.

Besonderes / kurioses eigenes Konzerterlebnis:

Während Corona musizierten meine Familie und ich täglich um 16 Uhr von unserem Balkon herunter (für immerhin einen Monat) und hatten im Park ein echtes Stammpublikum.

Mein wertvollster Tipp für den Musikernachwuchs:

Kammermusikmachen, und sich neue Stücke nicht nur mit dem eigenen Instrument erarbeiten, sondern auch singend, vom Klavier aus, tanzend, mental. So viele Stunden gehen drauf wegen instrumentenspezifischer Hindernisse, die einem vorzeitig den Mut und den frischen Blick nehmen können.

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Klassik-Szene:

Weniger Instagram, weniger Klassik-All-around-Stars, die auf allen Hochzeiten tanzen, und dafür mehr Hingabe, Geduld und Freude an Details.

Mein nächstes Projekt:

In Vorbereitung auf den Bach-Wettbewerb im März beschäftige ich mich im Moment mit verschiedenen Stimmungen, Saiten und den entsprechenden Violinschulen aus der Zeit, um mich vom Liebhaber mehr Richtung Expertin zu entwickeln. Mein nächstes Projekt nach Con Spirito … steht noch in den Sternen.

Das verbinde ich mit der Musikstadt Leipzig:

Natürlich das Bach-Fest und die vielen Konzerte, denen ich andächtig in der Thomaskirche gelauscht habe. Außerdem die Mozartstraße, in der meine Uroma gelebt hat 😊

Biographie:

Jona Schibilsky stammt aus einer Berliner Musikerfamilie und konzertiert inzwischen europaweit als Konzertmeisterin, Kammermusikerin und Solistin. Im September 2025 wurde sie als 1. Konzertmeisterin am königlichen Opernhaus in Madrid engagiert (Teatro Real, Orquesta Sinfónica de Madrid). Orchestererfahrung sammelte sie von 2022-2024 in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie als Konzertmeisterin des Kammerorchesters Eroica Berlin und der Deutschen Streicherphilharmonie. Solistisch und kammermusikalisch erhielt die Geigerin zahlreiche Preise, zuletzt beim Mendelssohn-Wettbewerb 2024 als erste Geigerin des mit ihrer Schwester gegründeten Sapphō Quartetts. Sie ist Mitglied im Duo Zweigeist, das sich 2022 durch die Aufnahme in die Konzertförderung des Deutschen Musikwettbewerbs formierte. Europaweit erhält sie Einladungen zu renommierten Festivals, teilte die Bühne bereits mit Ilya Gringolts, Jens-Peter-Maintz und Gregor Sigl u.a. und tritt dabei gelegentlich auch als Bratschistin in Erscheinung. Schibilskys musikalische Ausbildung begann am Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach Berlin, wo sie von Michael Erxleben unterrichtet wurde. Ihr Bachelor-Studium absolvierte Jona an der UdK Berlin bei Nora Chastain und wurde kammermusikalisch von Mitgliedern des Artemis-Quartett betreut. Im Rahmen des Erasmus-Programms war sie zudem 2021 Studentin am Royal College of Music in London. Nun studiert sie im Master bei Tobias Feldmann an der HMT Leipzig. Im Parallelstudium belegt sie die Fächer Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des Vereins Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin. Jona Schibilsky spielt eine privat gestiftete Geige von Jean Baptiste Vuillaume aus dem Jahr 1830.