Tobias Feldmann

Geboren in:

Fulda

Jetziger Lebensmittelpunkt:

Leipzig

Instrument:

Violine von Nicolo Gagliano, Neapel 1769

Zweit-, Dritt- oder gar Viertinstrument:

Keins.

Mein Berufswunsch als Kind:

Fußballer

Diesen Beruf haben sich meine Eltern für mich vorgestellt

Da wurden mir nie Vorgaben gemacht, aber sie sind auf jeden Fall glücklich über meine Wahl!

Werke oder Konzerterlebnisse, die mich prägte/n

Prägend für mich war zur Jahrtausendewende ein Konzert am Silvesterabend in Rom, als ich als 8-Jähriger Giuseppe Sinopoli mit Beethoven’s 9. Sinfonie erlebte. Aber auch Mahler’s 2. Sinfonie hat mich beim ersten Hören sehr bewegt.

Werk mit dem größten Musiziervergnügen (und warum?):

Aufgrund der Kommunikation auf der Bühne (und beim Bier danach!) generell alle Werke der Kammermusik. Aber auch die Violinkonzerte von Mozart sind in der Hinsicht besonders, da man hier sehr spontan sein kann und man mit den musikalischen Partnern sehr eng im Dialog steht.

Von dieser Komponistin / diesem Komponisten wünsche ich mir ein Werk für mein Instrument (und warum?):

Als Geiger bin ich mit der großen Werkauswahl schon wirklich happy, aber ein Violinkonzert von Mahler oder Chopin würden das noch abrunden!

Dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen

Ein WM-Finale!

Besonderes / kurioses eigenes Konzerterlebnis:

Da war von gerissenen Saiten über vergessene Wiederholungen, fehlende Notenseiten, nicht funktionierende Bluetooth-Pedale bis zu einem gebrochenen Bogen schon fast alles dabei…Besonders die Geschichte mit dem Bogen war bitter, da das Konzert live im Radio gesendet wurde und mir der Bogen noch vor dem Stimmen beim Einstellen des Notenpultes aus der Hand fiel. Ich hatte keinen Ersatzbogen dabei und hatte Glück, dass parallel im selben Konzerthaus ein Orchester probte. Eine Geigerin lieh mir ihren Ersatzbogen dann kurzerhand. Seitdem habe ich immer einen Carbon-Bogen dabei :)

Mein wertvollster Tipp für den Musikernachwuchs:

Nicht nur den ganzen Tag im Übezimmer verbringen, sondern auch anderen Interessen nachgehen – ohne Eindruck kein Ausdruck!

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Klassik-Szene:

Weniger Cover, mehr Inhalt! Eine Rückbesinnung vom Visuellen zum Auditiven – das ist Musik ja auch schließlich…

Das verbinde ich mit der Musikstadt Leipzig:

Ich wohne bereits seit über zwei Jahren in Leipzig und fühle mich hier unglaublich wohl. Kulturell hat Leizpig natürlich wahnsinnig viel zu bieten mit seiner Geschichte und Tradition. Vor allem aber bietet die Stadt eine sehr hohe Lebensqualität, die ich sehr genieße.

Biographie

Nach seinem Debüt bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall (London) im Jahr 2024 mit dem BBC Philharmonic (Beethoven) unter der Leitung von Anja Bihlmaier wird Tobias Feldmann in der Saison 2024/25 sein Debüt bei der Filharmonia Slaska (Beethoven) und beim Gavle Symfoniorkester mit Chloé van Soeterstède geben. Tobias folgt außerdem Wiedereinladungen zum Residentie Orkest (Schumann) unter der Leitung von Richard Egarr, Niedersächsischen Staatsorchester Hannover mit Schumanns Violinkonzert unter der Leitung von Stephan Zilias sowie zum Presidential State Symphony Orchestra nach Ankara. Als leidenschaftlicher Kammermusiker trat er u.a. im Wiener Konzerthaus, im Concertgebouw Amsterdam, bei der Schubertiade Schwarzenberg, beim Vinterfest, bei den Rheingau und Lockenhaus Festivals auf. Zu seinen musikalischen Partnern zählten dabei Martin Helmchen, Timothy Ridout, Kian Soltani, Christian Tetzlaff, Nicolas Altstaedt, Jean-Guihen Queyras und Tabea Zimmermann. Mit der Bratschistin Lise Berthaud und dem Cellisten Julian Steckel spielt er außerdem in einem festen Streichtrio. Im Alter von 26 Jahren wurde Tobias Feldmann als Professor an die Hochschule für Musik Würzburg berufen und war damit einer der jüngsten Professoren in der Geschichte Deutschlands. Auf Einladung der Berliner Philharmoniker war er aushilfsweise als 1. Konzertmeister tätig und ist seit Oktober 2022 Professor an der renommierten Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, Deutschland.