Alte Nikolaischule

“Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft.”

Richard Wagner

Seit wann existiert das Haus?

Die Alte Nikolaischule gehört zu den wertvollsten Kulturdenkmälern der Leipziger Innenstadt, sie ist ihr ältester Profanbau. Im Jahr 1393 erteilte Papst Bonifatius IX. die Bevollmächtigung zur Gründung einer Stadtschule mit dem Ziel, Schüler in Grammatik, einfachen Wissenschaften und Künsten zu erziehen. In der Folge wurde die private Schola Nicolaitana privilegiert, 1512 nahm hier dann die erste Bürgerschule der Stadt, die Nikolaischule, ihren Schulbetrieb auf.

Welche Schüler*innen lernten hier?

Bedeutende Schüler waren die Frühaufklärer Christian Thomasius und Gottfried Wilhelm Leibniz, Literaten und Künstler wie Johann Gottfried Seume und Richard Wagner.

Besonderheiten des Hauses:

Seit der Mitte des 19. Jh. wechseln die Nutzungen als Lager, für Gewerbetriebe, Museen und Schulungsbetriebe, Anfang des 20. Jh. als Königliche Garnisonshauptwache, nach dem Zweiten Weltkrieg als „Leibniz-Haus der Universität Leipzig“. Die Kulturstiftung Leipzig, in den Wendejahren 1989/90 unter Gründungspräsident Prof. Kurt Masur als Stiftung für Denkmalschutz und Stadtkultur initiiert, sanierte, restaurierte und modernisierte das Gebäude von 1991 bis 1994 beispielgebend für den Beginn der Altbau- und Denkmalsanierungen in der Stadt. Die Kulturstiftung wurde dafür mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet und erstellte ein neues Nutzungskonzept: Sie betreibt die Alte Nikolaischule als ein Haus der Kultur im Herzen der Stadt. Eine Besonderheit ist der Weinstock an der Alten Nikolaischule. Gepflanzt 1994, erinnert er an Darstellungen der Schulfassade bereits im frühen 17. Jahrhundert. Die winterharte Rebsorte „Mitschurinski“ beschert jedes Jahr süße Trauben.

Wie wird das Haus heute mit Leben gefüllt?

Alle Veranstaltungsräume stehen nicht nur der interessierten Öffentlichkeit, sondern auch anderen Nutzern zur Verfügung. Im Gebäude befinden sich das Gasthaus Alte Nikolaischule mit dem wiederhergestellten Großen Auditorium von 1597 und das Antikenmuseum der Universität Leipzig. Auf der Veranstaltungsetage ist die Richard-Wagner-Aula zu finden. Die wiederhergestellte spätklassizistische Schulaula ist mit einem Konzertflügel, moderner Tontechnik sowie einem restaurierten Broadwood-Klavier aus der Zeit um 1827 ausgestattet. Seit 2013 bereichert die Dauerausstellung der Kulturstiftung „Der junge Richard Wagner 1813 bis 1834 das kulturelle Angebot des Hauses. Zu entdecken ist dieses mit einem Audioguide in 6 Sprachen. Abwechselnd mit dem von der Stadt Leipzig verliehenen Architekturpreis zur Förderung der Baukultur wird alle zwei Jahre in der Richard-Wagner-Aula der Hieronymus-Lotter-Preis der Kulturstiftung Leipzig für vorbildliche Denkmalpflege verliehen.

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