Hochschule für Musik und Theater

“Mendelssohns Idee hat sich über 150 Jahre bewährt. Sein Konservatorium bildet mit den Thomanern, der Oper und dem Gewandhaus bis auf den heutigen Tag das Rückgrat unseres städtischen Musiklebens.”

Kurt Masur anlässlich des Jubiläums der HMT Leipzig 1993

Seit wann existiert das Haus?

Gründung 1843 (zunächst Unterbringung im Hofgebäude des damaligen Gewandhauses), Gebäude Grassistr. 8 seit 1887 und Gebäude Dittrichring 21 seit 2002 in Benutzung

Welche Komponist*innen arbeiteten hier?

Johann Nepomuk David, Salomon Jadassohn, Sigfrid Karg-Elert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Ignaz Moscheles, Reinhard Pfundt, Günter Raphael, Max Reger, Carl Reinecke, Ernst Friedrich Richter, Steffen Schleiermacher, Robert Schumann, Siegfried Thiele, Kurt Thomas, Georg Trexler, Wilhelm Weismann

Berühmte Alumni?

Musik: Wilhelm Backhaus, Georg Christoph Biller, Yvonne Catterfeld, Edvard Grieg, Ludwig Güttler, Leoš Janáček, Theodor Kirchner (erster Student 1843, Matrikelnummer: 1; die Liste wird bis heute fortlaufend geführt), Sebastian Krumbiegel, Kurt Masur, Günther Ramin, Karl Richter, Klaus Tennstedt, Amadeus Webersinke
Schauspiel: Eberhard Esche, Harry Kupfer, Ulrich Mühe, Tom Pauls, Peter Sodann, Nadja Uhl

Zu welcher Zeit?

Die Genannten lehrten oder studierten zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert am damaligen Konservatorium bzw. an der heutigen Hochschule.

Welche Musik erklang hier am häufigsten / wurde hier uraufgeführt?

Bei den Uraufführungen handelt es sich um Werke der Kompositionsstudent*innen sowohl damals am Konservatorium als auch an der jetzigen HMT. So spielte beispielsweise Edvard Grieg bei seiner Abschlussprüfung am 12. April 1862, die im Gewandhaus stattfand, neu komponierte Klavierwerke („Drei Phantasiestücke“) aus seiner eigenen Feder. Leider gibt es keine Erhebungen, welche Stücke hier am häufigsten aufgeführt wurden.

Besondere Ereignisse:

– 1843 (2. April): Eröffnung des ersten deutschen Konservatoriums, gegründet durch Mendelssohn
– 1887 (5. Dezember): Einweihung des neuen Gebäudes in der Grassistr. 8
– 1943-45: Bombenangriffe zerstören das Gebäude Grassistr. 8 schwer
– 1946 (1. Oktober): Festakt zur Wiedereröffnung der Hochschule als „Mendelssohn-Akademie“ im Schauspielhaus, Wiederaufbau des Gebäudes bis 1952, Konzertsaal bleibt Ruine (wird 1957 abgetragen)
– 1950: Austragungsort des 1. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs (seitdem enge Kooperation und Veranstaltungsort des Wettbewerbs bis heute)
– 1992: Zusammenführung der Theaterhochschule „Hans Otto“ (älteste Theaterhochschule Deutschlands) mit der Hochschule für Musik zur Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
– 2001: Einweihung des neu erbauten Großen Saales, Grassistr. 8
– 2016 (13. September): Gründung eines gemeinsamen Zentrums für Musikwissenschaft der HMT und der Universität Leipzig
– 2018: HMT erhält Europäisches Kulturerbesiegel zusammen mit acht Institutionen der Leipziger Musikgeschichte

Kleine Anekdote:

In einer Akte zu Lehrerangelegenheiten (Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Bibliothek/Archiv, A, II.2) wird berichtet, dass Max Reger, der von 1907 bis 1916 am Konservatorium unterrichtete, in seinem Zimmer im Erdgeschoss (heute Zimmer 109 des Prorektors für Künstlerische Praxis) stark rauchte. Die Zigarrenasche soll er auf den Holzfußboden fallen gelassen haben, sodass sich einige Brandlöcher bildeten, die jedoch erst später entdeckt wurden. Beruhigend dabei: 1905 gab es am Haus bereits Maßnahmen zum Brandschutz. So stellte das „Kommando der Feuerwehr Leipzig“ der Direktion des Königlichen Konservatoriums eine Rechnung über 7 Mark und 20 Pfennig aus. Vier Feuerwehrleute sollten die Sicherheit der Opernaufführung am 24. Januar 1905 gewährleisten.

Mendelssohn zur Gründung des Hauses:

Felix Mendelssohn Bartholdy äußerte sich 1840 in einem Briefentwurf an den sächsischen König Friedrich August II. zur notwendigen Gründung eines Konservatoriums, das er als Musikschule bezeichnet. Am 13.2.1839 war der Leipziger Oberhofgerichtsrat Heinrich Blümner verstorben und hinterließ ein Legat von 20.000 Talern. Mendelssohn bat den König wie folgt: „Eure Majestät wollen die Summe, welche der verstorbne Herr Hofkriegsrath Blümner für ein der Kunst oder Wissenschaft gewidmetes Institut ausgesetzt und deren Verwendung er Eurer Majestät hoher Weisheit anheimgestellt hat, zur Errichtung und Erhaltung einer gründlichen Musikschule in Leipzig bestimmen, in welcher durch eigends angestellte, tüchtige Lehrer die talentvollen jungen Leute des Inlands zu sehr niedrigen, allgemein erschwingbaren Preisen, die Ausländer zu einem höhern, Unterricht in allen Fächern der Instrumentalmusik, der Composition und der Theorie erhalten können.“

Wie wird das Haus heute mit Leben gefüllt?

Die heutige Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig bildet gegenwärtig etwa 1200 Studierende aus 59 Ländern in 12 verschiedenen Fachrichtungen bzw. Instituten aus. Die Hochschule ist mit etwa 600 öffentlichen Aufführungen jährlich größter Konzert- und Theaterveranstalter in der Region.

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