Benjamin Wand

Veranstaltungen:

Geboren in:

Leipzig

Jetziger Lebensmittelpunkt:

Leipzig

Instrument:

Kontrabass

Zweit-, Dritt- oder gar Viertinstrument:

historische Bassinstrumente

Mein Berufswunsch als Kind:

Musiker

Diesen Beruf haben sich meine Eltern für mich vorgestellt:

keinen

Werke oder Konzerterlebnisse, die mich prägte/n:

Als Spieler: Eine Johannespassion in Montreal 2022 mit der Bachakademie Stuttgart beim „The Montreal Bach Festival” – Selten hat man ein Konzert wo alles stimmt. Das eigene Spielen, das Musizieren mit den Mitmusikern, der fantastische Chor, die Solisten, der Saal, das Publikum und die eigene seelische Verfassung. Resonanz auf allen Ebenen. Ein perfekter Trip, wo ich für 2 Stunden fast immer im „Jetzt“ war. Als Hörer: Mahler 2. mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle im Jahr 2010. Diese Urgewalt war ein Schock. Ich glaube, kein anderes Orchester verfügt über Streicher, die an guten Tagen ihre Resonanz und Energie zusammen in diesem Ausmaß potenzieren können.

Werk mit dem größten Musiziervergnügen (und warum?):

Fast alles von Dieterich Buxtehude und Samuel Scheidt. Die Affekte und Emotionen in den Werken dieser beiden Komponisten spiegeln am meisten mein eigenes emotionales Spektrum wieder. Beim Spielen kann ich so am ehesten in Resonanz gehen und diese zum Publikum transportieren.

Von dieser Komponistin / diesem Komponisten wünsche ich mir ein Werk für mein Instrument (und warum?):

Ein Solostück von Johann Sebastian Bach speziell für G-Violone. Es gibt für G-Violone faktisch keine Solostücke, da es ein reines Basso Continuo-Instrument ist. Die Kunst liegt darin gut zu begleiten oder Basslinien zu verzieren (Diminution). Es wäre schön für traurige Momente ein perfektes Stück von Bach zu haben, was ich für mich alleine spielen kann.

Dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen:

Da ich schlecht schlafe stehe ich eh immer mitten in der Nacht auf, da muss gar nichts besonderes passieren.

Besonderes / kurioses eigenes Konzerterlebnis:

Ein Messias, Sylvester 2022 in der Klosterkirche Lehnin. In der Kirche waren 6 Grad, draußen 21 Grad. Es war surreal. Draußen T-Shirt drinnen Wärmepflaster, Stulpen und Mütze, um nicht zu erfrieren.

Mein wertvollster Tipp für den Musikernachwuchs:

Überlegt sehr genau, bei wem ihr studiert. Hospitiert bei potenziellen Lehrern, informiert Euch, ob sie auch wirklich für Euch da sein können, zeitlich und auch wenn es mal Sorgen gibt.

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Klassik-Szene:

Dass sie es schafft sich so zu transformieren, dass sie mehr Menschen erreicht ohne an Niveau und Tiefe zu verlieren.

Mein nächstes Projekt:

Jeweils die 1. Sinfonie von Brahms und Bruckner beim Internationalen Brucknerfest Linz mit aufführungspraktischem Instrumentarium.

Das verbinde ich mit der Musikstadt Leipzig:

Bach, Bach, Bach

Kurzbiografie:

Benjamin Wand begann zunächst das Violoncellospiel zu erlernen bevor er dann im Alter von 15 Jahren zum Kontrabass wechselte. Neben seinem klassischen Studium in Leipzig, Berlin und Mannheim, prägten ihn die Mitwirkung im Rundfunkmusikschulorchester (RMO) und der Kammermusikstiftung Villa Musica. Nach div. Orchester-Praktika (MDR, Deutsche Oper Berlin, DSO) begann er sich verstärkt kammermusikalischen Aktivitäten zuzuwenden (Deep Strings-Trio, Die Trionauten, Ben Hadschi Quintett). Seit vielen Jahren ist er Bassist im Mendelssohn Kammerorchester Leipzig und bei Mendels Salon. Außerdem studierte er historische Bassinstrumente und im Nebenfach Gesang bei Marek Rzepka. Sein musikalischer Schwerpunkt liegt derzeit in der historischen Aufführungspraxis bei Ensembles wie der Gaechinger Cantorey, dem Collegium Musicum ’23, dem Collegium 1704 und vielen anderen.